Sonntag, 6. November 2011

La Serena, Oktoberfest und wieder einmal Partys :D

Hallo zusammen!

Auch die letzten Wochen in Chile waren wieder sehr ereignisreich. Absoluter Höhepunkt war allerdings der Wochenendausflug nach La Serena mit einer 10-köpfigen Gruppe von Austauschstudenten. La Serena ist eine kleine aber feine Stadt nördlich von Santiago de Chile und ein perfekter Ausgangspunkt für spektakuläre Tagesausflüge. Empfehlenswert ist die Isla de Damas, welche wir mit einem Guide besucht haben. Dort gibt es nämlich Seelöwen und –robben, Pinguine und Delfine.


Und wir hatten Glück, denn wir konnten eine ganze Delfinhorde mit dem Boot begleiten und sogar ein Delfinbaby sehen. Doch wir hatten noch mehr Glück, denn dieses Jahr blühte wieder einmal die Wüste, ein Vorgang der nur alle paar Jahre stattfindet. Besonders auf der Insel de Damas war die Blumenpracht gigantisch, ja fast schon kitschig aber sehr schön. Vor allem hat es auf der ganzen Insel nach Blumen gerochen.


Der schöne Sandstrand lud dann besonders zum Baden ein, auch wenn das Wasser wie immer äußerst erfrischend war. Rapha und ich beschlossen dann spontan vom Bootsanlegesteg ins Wasser zu springen.


Ich bin natürlich, intelligent wie ich bin, kopfüber ins Wasser gesprungen und ich muss sagen, die Haltungsnoten sprechen für mich. Vielleicht ein bisschen zu steil aber dennoch ein wunderschöner Köpfler :D

Viele kennen wahrscheinlich die kleine Badeweisheit „Nicht kopfüber in seichtes (und vor allem unbekanntes) Gewässer springen“. Naja ich kannte es auch, aber das nächste Bild spricht für sich. Gott sei Dank bestand der Meeresboden an dieser Stelle aus Sand, denn es wäre nicht auszudenken was ansonsten passiert wäre.


Doch im Endeffekt hab ich eine Lehre daraus gezogen und in Zukunft werde ich beim Sprung noch mehr Anlauf nehmen. Nein liebe Kinder, bitte nicht nachmachen!!
Bei der Rückfahrt haben wir dann auch noch die Gelegenheit bekommen Pinguine, Seelöwen und –robben zu beobachten.


Nachts sind wir einmal zu einem Observatorium gefahren um uns verschiedenste Sternenbilder erklären zu lassen. Dort sahen wir auch Sterngalaxien, den Jupiter und die Venus und das Skorpion. Ein einzigartiges Erlebnis einmal Sterne und Galaxien so "nahe" erleben zu können.



Jupiter durch die Linse fotografiert (Foto pow. by Julia)

Am letzten Tag sind wir dann noch ins Valle de Elqui gefahren, wo der Großteil der chilenischen Piscoproduktion hergestellt wird. Dort haben wir im Hause Mistral (Piscomarke) eine Piscoführung gemacht, in der auch mehrere Kostproben inkludiert waren. Es war sehr interessant einmal zu erfahren wie dieser Zaubertrank den man da immer trinkt eigentlich hergestellt wird.


Auch landschaftlich ist diese Gegend beeindruckend, denn die kargen und trockenen Hügel umgeben das fruchtbare und grüne Tal und so ergibt sich ein sehr schöner Kontrast.

Das darauffolgende Wochenende war wieder ein verlängertes. Doch aufgrund der starken Reisenachfrage und den damit verbundenen überdurchschnittlichen Preisen haben wir beschlossen in Santiago zu bleiben. Dort haben wir ein Wochenende voller Asados (Grillerei), Geburtstagspartys und sonstigen Feierlichkeiten verbracht. Absolutes Highlight war das Oktoberfest in der Nähe von Santiago. Es ist zwar komisch in gerade in Chile das erste Mal auf einem Oktoberfest zu sein, aber es hat sich auf alle Fälle gelohnt. 


Obwohl ich noch nie auf einem war, bin ich mir sicher das in Chile dieses Fest anders gefeiert wird. Statt Weißwurst und Bretzn gab es hier halt die typische chilenische Küche. Doch das richtig coole daran war, dass man nahezu jedes Bier (und es waren 170 verschiedene Biersorten vertreten) probieren konnte und das gratis. Man bekam zwar nur ein Stamperl aber die Summe macht es aus!

Außerdem haben wir gelernt wie chilenische Bierproduzenten effektives Marketing betreiben. Nicht selten stand eine hübsche Frau im „Dirndl“ vor den Ständen um deren Produkt zu promoten. Nachdem die Mehrheit der Besucher männlich war sicherlich keine schlechte Methode. Pablo meinte er komme sich vor wie bei der Formel 1.


An der Uni gibt es nicht viel Neues, sie ist zwar jetzt nicht mehr besetzt, aber dennoch führen die Chilenen ihren Streik fort. Höchstwahrscheinlich verlieren sie ihr Semester und fangen erst nächstes Jahr wieder zu studieren an, aber bei den Studienkosten kann man das sehr gut nachvollziehen. Auf jeden Fall wird es sehr interessant werden die ganze Situation dann von zu Hause aus weiterzuverfolgen.

In nächster Zeit sind keine großen Reisen geplant aber wer weiß, denn La Serena war auch äußerst spontan. Aber die GROSSE Reise steht ja auch schon fast vor der Tür, denn uns bleiben nur mehr 5 Wochen in Santiago. Wahnsinn wie die Zeit vergeht!

lg Flo