Donnerstag, 22. September 2011

Spontantrip nach Chiloé!

Hallooo,
aufgrund des Chilenischen Nationalfeiertages und den damit verbundenen Ferien, haben wir spontan beschlossen wieder einmal zu reisen. Ziel: Chiloé, eine Insel ca. 13h südlich von Santiago de Chile, deren Landschaft der österreichischen Landschaft sehr ähnelt.
Als die Rucksäcke wieder einmal fertig gepackt waren ging es dann mit dem Nachtbus nach Valdivia, eine kleine Stadt auf der halben Strecke. Das einzig blöde an unserer ansonsten so perfekten Reiseplanung war, dass wir um 7 Uhr in der Früh ankamen und die Betreiber unseres Hostal‘s erst 1-2 Stunden später mit uns gerechnet haben. Daher hieß es erst einmal vor verschlossenen Türen zu warten bis uns jemand die Herberge öffnet und das im Dunkeln und bei frostigen Temperaturen. Doch dank unserer starken Sozialkompetenz haben wir schnell Freunde gefunden, die uns beim Zeitvertreib unterstützt haben. Beim näheren Betrachten hat Gerhild dann bemerkt, dass sie die Typen aus Kinofilmen kennt und dann kamen sie mir auf gleich bekannt vor.  
Das bellende A-Team: Hannibal, B.A., Face und Murdock (v. links)
Als uns dann endlich jemand hineingelassen hat, gab es erst einmal ein gemütliches Frühstück und danach gingen wir in die Stadt. Beim Fischmarkt direkt am Fluss haben wir dann fette Seelöwen beobachtet, die entweder völlig vollgefressen nur faul rumgelegen sind oder im Wasser herumgeschwommen sind.
Fischmarkt in Valdivia
Nachmittags sind wir dann zu einem „Fonda“ gegangen, das Feste vergleichbar mit den österreichischen Dorf- bzw. Stadtfesten, nur finden diese aufgrund des Nationalfeiertages statt. Dort haben wir unsere Prachtkörper dann in die Sonne platziert und uns nicht mehr von der Stelle bewegt, außer natürlich um Essbares oder Getränke zu holen. Abends sind wir dann mit Alejandro, ein Argentinier und ebenfalls Bewohner des Hostals, etwas essen gegangen und da wir in 2 Tagen nach Buenos Aires fliegen, hat er uns mit wertvollen Tipps versorgen können. Konsumiert haben wir „Terremoto“ (spanisch f. Erdbeben), ein typisch chilenisches Getränk aus verschiedenen guten Sachen gemischt, in einem Lokal das „Epicentro 1960“ heißt.
 
Claudia und ich mit Terremoto: Mischung aus Schnaps, Wein und Ananaseis (schmeckt)
Ziemlich schwarzer Humor, vor allem weil dort 1960 das schwerste bisher gemessene Erdbeben der Welt war (Magnitude von 9,5). Nach vier Stunden Schlaf ging es dann am nächsten Tag mit dem Bus nach Puerto Montt, von wo wir mit der Fähre auf die Insel gefahren sind.
Geplant wäre eigentlich gewesen in Ancud Pinguine beim Brüten zu beobachten. Da diese aber ganz gemäß der südamerikanischen Mentalität für uns zu spät kamen, blieb uns nur die Option den Tag anderswertig zu verbringen. Aufgrund der Tatsache, dass es am Vortag etwas später wurde und wir total müde waren, gingen wir an diesem Abend gleich nach dem Sandmännchen schlafen ,um für den nächsten Tag in Castro fit zu sein.
Blick aufs Meer von Ancud
Dort erwarteten uns die Palafitos, Häuser die nur auf Pfählen gebaut sind und sich bei Flut völlig im Wasser befinden. Außerdem waren wir dann noch im „Parque Nacional de Chiloé“ spazieren.  
 
Im Hintergrund die Palafitos

Nach vier schönen und ruhigen Tagen umgeben in wunderschönen Landschaften, hieß es dann schlussendlich wieder die Rückfahrt anzutreten und zwar über 15 Stunden im Bus. Aber das nimmt man gerne in Kauf, wenn man dafür nach Chiloé kommen darf!

Saludos, Flo!

Donnerstag, 15. September 2011

Geilstes Wochenende überhaupt!

Hey Leute,
wie viele ja wahrscheinlich schon wissen habe ich das letzte Wochenende in der Atacamawüste verbracht, der trockensten Wüste der Welt. Ich muss sagen es war einfach nur schön und spektakulär. Wir sind gemeinsam mit vielen anderen Austauschstudenten von Santiago nach Calama geflogen, um dann mit dem Bus die letzten Kilometer nach San Pedro de Atacama zu fahren. 
Als wir dann unser Hostel (Erklärung für diejenigen, die weniger Hostelerfahrungen haben: Es handelt sich hierbei nicht um einen Tippfehler und daher nicht um ein Hotel, sondern um eine Herberge, in der man wesentlich billiger und meist in Mehrbettzimmern wohnt) zum ersten Mal von außen gesehen haben, sah es ein bisschen klein und nicht so schön aus. Als wir dann aber drinnen waren, war der erste Eindruck sofort verschwunden. Lederstühle, Flat-Screen und moderne Einrichtung in der Wüste vorzufinden war auch nicht zu erwarten. Nach einer kurzen Stadtbesichtigung ging es dann auch schon mit den ersten Touren los, nämlich zum Valle de la Muerte.
Valle de la Muerte
Zum ersten Mal konnten wir einen Blick über die endlosen Weiten der Wüste werfen. Absolutes Highlight war dann der Abstieg über die Sanddünen im Sprint, sodass es hinter einem nur mehr so gestaubt hat. Anschließend ging es dann zum Valle de la Luna, wo wir den Sonnenuntergang genossen haben.
Valle de la Luna
Bevor wir dann nach Hause gefahren sind um Asado (Gegrilltes) zu genießen und zu feiern, haben wir noch eine Höhlenwanderung bei Nacht unternommen.
Am nächsten Tag sind wir dann gleich in der Früh zur Laguna Chaxa gefahren, wo wir die Flamencos beim Frühstücken beobachten konnten.
Flamencos in der Laguna Chaxa
Anschließend ging es hoch hinaus auf rund 4.200 Meter zur Laguna Altiplanica. Auf dem Weg dorthin hat Marco (unser Guide), der uns während den rumpligen Autofahrten immer perfekt mit Musik von Rammstein und Peter Fox versorgt hat, einen Magnettest mit uns gemacht. Es gibt dort ein Straßenstück, welches von einem extrem starken Magnetfeld umgeben ist. Somit ist es möglich rückwärts und mit abgestelltem Motor den leicht geneigten Hang nur mit Magnetkraft hochzufahren. Einfach nur genial!  Der Magnettest konnte nur mehr von der Laguna Altiplanica übertroffen werden, in der sich die wunderschöne Schneelandschaft gespiegelt hat.
Laguna Altaplanica
Nachdem wir am nächsten Tag schon um 4 Uhr in der Früh weggefahren sind ging es am Vorabend etwas ruhiger zu. Aber das frühe Aufstehen war es einfach wert. Denn um diese Uhrzeit ist die Stimmung bei den Geysiren einfach am schönsten.
Geysire
Zwar war es durch die niedrigen Temperaturen (-15 Grad) etwas kalt, aber weil Marco Milch über den Geysiren erwärmt hat und wir uns somit mit Kakao aufwärmen konnten, war alles nur halb so schlimm. Vor allem weil wir ca. 1h später schon in 30 Grad warmen Wasser gebadet haben. Abwechslungsreicher als die Atacamawüste geht es einfach nicht mehr.
Endlich wieder Wärme...
Nach so viel Abenteuer haben wir uns in Machuca mit einer Lama-Empanada gestärkt. Hoffentlich war da die Carina nicht dabei denn geschmeckt hat es schon ziemlich gut. Am Nachmittag war ich dann noch zum ersten Mal Sandboarden.

Sofort wieder bei der nächsten Gelegenheit!

Ich kann es jedem, der einmal in einer Sandwüste Urlaub macht wirklich nur empfehlen es einfach auszuprobieren. Es hat so viel Spaß gemacht  sodass wir trotz der Höhenlage ständig den Sandhang hochgelaufen und sofort wieder runtergefahren sind. Da dies der vorletzte Tag in San Pedro war wurde natürlich wieder ausgiebig gegrillt und gefeiert, vor allem weil das Programm am letzten Tag nicht ganz so anstrengend, jedoch nicht weniger schön war. Wir haben nämlich in der Laguna Cejar gebadet, wo das Wasser zu 33% aus Salz besteht und man sich einfach nur treiben lassen konnte.


Einfach nur treiben lassen und das eiskalte Wasser genießen...

Jedoch nicht lange, denn das Wasser war EISKALT! Die nächste Station waren die Ojos del Salar, zwei rund 170 Meter tiefe Löcher im Boden, welche mit Süßwasser gefüllt sind. Schlussendlich sind wir dann noch zum Salar de Tebinquiche gefahren, einer Salzwüste wo man stellenweise bis zum Horizont nur Salz sieht.
Diese 4 Tage waren mit Abstand die schönsten, abwechslungsreichsten und spektakulärsten die ich bisher erlebt habe. Ich wirklich nur jedem empfehlen nach Chile zu fliegen und sich die Atacamawüste selber anzusehen, denn die Fotos mögen ja ganz schön sein aber können die Eindrücke nur halb so gut festhalten. Außerdem freut es mich wieder Leute kennen gelernt zu haben und mit ihnen viel Spaß gehabt zu haben, man sieht sich sicherlich bald wieder…
Und nachdem in Chile bald die Nationalfeiertage beginnen und dies für die Studenten Ferien bedeutet, wird der nächste Eintrag nicht mehr lange auf sich warten lassen, also bis bald!
Saludos, Flo!

Dienstag, 6. September 2011

Wochenende am Meeeeer!

Ich bin’s schon wieder,
letztes Wochenende haben wir das Motto „Wir san jo ned zum Spaß do!“, welches wir hier ansonsten „beinhart“ verfolgen nicht so ernst genommen und sind einfach aus Santiago abgehauen. Begleitet wurden wir von Anja und Kathrin, die beiden Schwestern von Claudia, die die letzten drei Wochen in Chile verbracht haben und leider nun wieder abreisen. Außerdem stärkt seit neuem Gerhild (Pablos Freundin) unser Österreich-Team.

Ziel: Die Hafenstadt Valparaíso und Viña del Mar. Das einzige Problem war nur, dass wir dafür schon um 6 Uhr in der Früh aufstehen mussten. Manche mögen sich jetzt denken: Ja und, das muss ich jeden Arbeitstag machen! Tja was soll ich sagen, Übung macht den Meister. Nachdem wir nach 1,5h Busfahrt dann endlich in Valpo waren haben wir zuerst einmal das Gepäck im Hostel abgeladen und sind dann einfach einmal durch die Stadt gelatscht. 
 

Von rechts: Julia, Pablo, Gerhild, Kathrin, Claudia und Ich 
Valparaíso ist die mit Abstand bunteste Stadt die ich je gesehen habe. Jedes Haus ist bunt bemalt und sogar die Straßen und zahlreichen Treppen sind künstlerisch verziert. Danach haben wir uns das ehemalige Wohnhaus von Pablo Neruda angesehen, wo er einen großen Teil seines Lebens verbracht hat. Die Aussicht aus seinem Wohnzimmer war einfach gigantisch.
Von lins: Kathrin, Anja, Claudia, Ich und Julia
Natürlich gehört es sich auch abends dann richtig chilenisch zu speisen. Dieses Mal stand „Pastel de Choclo“ auf dem Programm. Dies ist ein traditionelles Gericht welches aus gemahlenem Mais, Fleisch, Zwiebel, Ei, Oliven,... besteht und natürlich von einer Flasche Wein aus Chile begleitet wurde.
Claudia mit Pastel de Choclo
Am nächsten Tag sind wir dann mit dem Bus in das nahegelegene Viña del Mar gefahren, wo wir sofort den Sandstrand aufgesucht haben um uns dort einfach in die Sonne zu legen. Da ich die letzten zwei Tage verschnupft war und das Wasser des Pazifiks nicht gerade das wärmste ist, stand schwimmen gehen leider nicht am Programm.
Palmenallee in Viña del Mar
Wenn man dann schon einmal so nahe am Meer ist muss man dann auch im Restaurant einmal Fisch bestellen. Da die Speisekarte natürlich auf Spanisch war und wir nur wussten was Lachs heißt, beschlossen Claudia und ich einfach spontan „Congrio“ zu wählen ohne genau zu wissen was uns dabei erwartet. Nachdem dann schon bestellt war, haben wir dann doch im Wörterbuch nachgeschlagen was wir eigentlich essen werden. Naja, die Vorfreude ist danach nicht gerade gestiegen. Meeraal! Da ich noch nie Aal gegessen habe, jedoch weiß wie das Vieh aussieht hab ich mit allem gerechnet. Aber im Nachhinein war echt nichts dabei, denn es war echt lecker und nachdem der Aal filetiert zum Tisch kam, war es dann schließlich ein Kindergeburtstag.
Sandstrand in Viña del Mar

Es war ein echt schönes Wochenende und nachdem wir sicherlich bald wieder einmal zum Baden ans Meer fahren freue ich mich schon aufs nächste Mal.
Saludos, Flo!

Samstag, 3. September 2011

Neuigkeiten aus Chile

Hola,
in den letzten 1-2 Wochen hat sich nicht allzu viel Spektakuläres bei uns getan. Der Smog ist und bleibt unser ewiger Begleiter und die Studenten streiken immer noch, jedoch hat sich immerhin der Präsident von Chile auf einen Dialog mit den Studenten eingelassen. Angeblich gab es auch schon Einigungen in gewissen Punkten aber wenn es um die Studienkosten und die Finanzierung geht sind sie bisher noch auf keinen gemeinsamen Nenner gekommen. Viele rechnen damit, dass sie sich bis spätestens Oktober einigen werden, denn sollte dies nicht der Fall sein, würden alle Chilenen das Semester verlieren aber trotzdem die enorm hohen Studiengebühren zahlen müssen. Also heißt es abwarten und Tee trinken.
Maskierte Statue vor der Universidad de Chile
Natürlich haben wir in den letzten Wochen nicht untätig herumgesessen. Beispielsweise haben wir uns kulturell weiterentwickelt indem wir ein Museum besucht haben, nämlich das „Museo Chileno de Arte Precolombino“. Darin konnten wir zahlreiche historische Schmuckstücke Lateinamerikas besichtigen.
Musoe Chileno de Arte Procolombino

Der Museumsbesuch war allerdings nicht die einzige Art Chile kulturell näher kennen zu lernen. Wir waren auch wieder auf einigen Carretes (chilenisch: Feier) um beispielweise die Geburtstage von Iris und Eva zu feiern bzw. die Rückkehr von Katalina, der Schwester von Cristóbal, die in Deutschland ihr Auslandssemester verbracht hat. Nebenbei bemerkt ist es in Chile durchaus üblich nicht vor 6 nach Hause zu kommen, obwohl in den Diskotheken bereits um 4 Uhr das Licht angemacht wird. Auch deshalb hat sich unser Schlafrhythmus völlig verändert. Wir gehen so gut wie nie vor 2 Uhr in der Früh ins Bett und stehen meist „relativ“ spät auf.

Geburtstagsfeier von Eva (v.links n. rechts: Ich, Julia, Cristóbal und Eva)
Morgen fahren wir das erste Mal ans Meer, nämlich nach Valparaíso. Wir sind schon sehr gespannt was uns dort erwartet, denn bisher haben wir nur Positives gehört. Außerdem haben wir heute den Flug nach Buenos Aires gebucht. Wir starten am 24. September nach Argentinien und werden 4 Tage später dann wieder in Santiago sein.
Also Neues aus Chile dann in den kommenden Tagen,
Saludos Flo ;)