Sonntag, 16. Oktober 2011

Party, Party und Party!!

Hallo,
reisetechnisch gibt es nicht besonders viel zu berichten aus den letzten 3 Wochen, dafür sind wir mehr fort gegangen um den fehlenden Freizeitstress zu kompensieren. Etwas bisher völlig neues für mich war die Headphone Disco, organisiert von Santiago Exchange mit denen wir auch in der Atacamawüste waren.
Pre-Copa bei uns
Nachdem wir uns bei uns zu Hause in Stimmung gebracht haben ging es dann zur Location, die Gott sei Dank sehr nahe war. Bei einer Headphone Disco bekommt jeder Kopfhörer und kann dann zwischen mehreren Kanälen auswählen und so die Musik hören die man möchte. Im Endeffekt tanzt dann jeder in einem anderen Rhythmus, aber man kann gleichzeitig problemlos miteinander sprechen, weil außer den Kopfhörern keinerlei Musik gespielt wird. Um an die Kopfhörer zu kommen musste man allerdings entweder einen Ausweis oder Geld hinterlegen, welches man dann beim Zurückgeben wieder bekam.
Eva, Pablo und ich bei der Headphone Disco
Voraussetzung dafür ist allerdings, dass man am Ende der Party  noch wusste, dass man etwas hergegeben hat und gibt die Kopfhörer nicht dem Türsteher. Es war echt eine tolle Party und ich hoffe, dass Santiago Exchange bald wieder einmal so etwas organisiert!
Kurz darauf sind wir dann zur viertägigen Olympiade unserer Studienrichtung gefahren, eine Veranstaltung die in Österreich auf alle Fälle fehlt. Jedes Jahr treffen sich alle Studenten gleicher Studienrichtung aus ganz Chile in einer Stadt und nehmen an Sportwettkämpfen teil. Angeboten wird wirklich fast alles, von Schach über Fußball und Basketball, etc. Pablo und ich sind im Tischtennis angetreten und naja, wir waren dabei äußerst erfolgreich. In Summe haben wir mehr Zeit gebraucht um in die Turnhalle zu kommen als das Match zu spielen, denn nach ca. 20 min war der ganze Spaß auch schon wieder vorbei. So konnten wir dann unsere volle Konzentration dem Fortgehen widmen, denn es wird natürlich nicht nur täglich Sport betrieben, sonder auch ordentlich gefeiert und die Chilenen sind was das betrifft echt nicht zu toppen.
Rock in Viña
Die Diskotheken waren immer direkt am Meer, teils dreistöckig mit Terrassen und Meerblick und so wurde dann bis spät in der Nacht oder bald in der Früh gefeiert.  Die Chilenen sagen nicht umsonst, dass die Olympiade die beste Party des Jahres ist. Die coolen Clubs waren auch schon der einzige Luxus den wir während den vier Tagen hatten. Geduscht wurde mit kaltem Wasser und geschlafen auf dem Boden (mit dünner Matratze und Schlafsack aber es war trotzdem kalt in der Nacht) und das gemeinsam mit rd. 30 Studenten in einer Schulklasse.
Schlussendlich gab es dann noch einen weiteren Grund zum Feiern, denn der alte Mann wurde wieder ein Jahr älter und geht nun schon auf den 30er zu J. Geweckt wurde ich mit „sanftem“ Trötenlärm, Geburtstagsständchen und Kuchen mit Kerzen.
Nur für Feinschmecker!
Aber das war nicht die einzige Überraschung an diesem Tag, denn ich wurde auch kulinarisch von meinen Mitbewohnern verwöhnt. Es gab selbstgemachte Semmelknödel mit Champignon-Sauce und es hat einfach nur extrem gut und voll nach Heimat geschmeckt. Es war das erste Mal, dass wir in Chile ein richtig österreichisches Gericht hatten. Abends haben wir dann ein paar Freunde eingeladen um meinen Geburtstag noch anständig zu feiern und auch da gab es wieder Überraschungen.
Von Pablo bekam ich Radhandschuhe wo „Iron-Man“ aufgenäht ist, damit ich mir beim Bügeln keine Blasen hole und von Iris, Claudia und Julia bekam ich eine chilenische Kochschürze und –mütze, damit ich meinem größten Hobby in den chilenischen Landesfarben nachkommen kann.
El Chef
Die letzten Wochen waren echt angenehm und schön. Was das Studieren hier betrifft, so ist unsere Uni übrigens jetzt von den Studenten besetzt worden und somit fallen die Kurse entweder aus, oder wir müssen in ein anderes Gebäude ausweichen. Auch die erste Prüfung hatten wir schon in Ökonomie und naja, war eh ganz okay. Aber wie eine Mitarbeiterin der FH schon einmal sagte, ein Auslandssemester macht man ja nicht um etwas zu lernen, denn das tut man ohnehin zu Hause. Man geht ins Ausland um etwas zu erleben und die Kultur kennen zu lernen. In diesem Sinne, bis später!!

Samstag, 1. Oktober 2011

Buenos Aires: Tango, Fleischberge, Kunst und Architektur

Hallo Leute,
es ist schlimm wie schnell die Zeit vergeht, denn B.A. hat einfach so viel zu bieten und leider hatten wir nur 4 Tage Zeit. Schon alleine die Architektur der scheinbar Millionen Häuser ist wirklich beeindruckend, vor allem weil sie sich durch die gesamte Stadt zieht. Durch das viele Laufen tun einem zwar schnell die Füße weh, doch das schöne Stadtbild und noch vielmehr die extrem veraltete U-Bahn lässt einem keine andere Wahl als die Stadt zu Fuß zu erkunden.
Casa Rosada: Präsidentenpalast
Was wirklich nicht zu erwarten gewesen wäre, war die Tatsache dass wir nach ca. 10 min zufällig zu einem Straßenfest gekommen sind, bei dem die chilenischen Nationalfeiertage gefeiert wurden. Nachdem wir Chile aber schon kannten und B.A. kennen lernen wollten, sind wir bald weiter gegangen.
Parlamentsgebäude
Eines der wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Buenos Aires ist der Obelisco, ein Denkmal über dessen Schönheit viel gestritten wird und worüber man durchaus auch streiten kann.
Julia und ich vorm Obelisco
Dort sind wir dann auch wieder zufällig an einem Event vorbeigekommen und zwar an einer Freestyle Motocross Show, welche natürlich von einem österreichischen Getränkehersteller gesponsert wurde. Äußerst sehenswert war am darauffolgenden Tag der Mercado de San Telmo, ein Antiquitätenmarkt. Doch dies war nicht der einzige Ort an diesem Tag wo tausende Menschen ihren Kaufrausch befriedigt haben. Denn eine extrem lange Straße war gefüllt mit Straßenkünstlern und Souvenirverkäufern, woraufhin die Touristen nicht lange auf sich warten ließen.

Abends ging es dann nach La Boca, dem Arbeiterviertel von Buenos Aires. Besonders schön sind dort die bunt bemalten Häuser und die Tangoshows, die fast vor jedem Restaurant zu sehen sind. Doch wenn es dunkel wird scheint es dort gefährlich zu sein, denn Polizisten haben uns bei unserem Heimweg darauf hingewiesen besser nicht weiter zu gehen, weil wir ansonsten unsere Wertsachen sicherlich los gewesen wären.

Schlussendlich sind wir dann sicher, schnell und billig mit dem Taxi nach Hause gefahren um nichts zu riskieren. Ebenso eine Sehenswürdigkeit von B.A. ist der Friedhof, lustig aber wahr. Denn dieser besteht ausschließlich aus Gräbern die so groß sind wie bei uns Kapellen. Dort ist auch Evita (Eva Peron), die ehemalige „First Lady“ Argentiniens begraben.
Friedhof in La Recoleta
Doch laut Reiseführer kommt man dort nur mehr lebend hinein, denn der Friedhof ist voll und die Gräber denkbar teuer. Als nächstes haben wir uns die Floralis Generica angesehen, eine überdimensionale Blume aus Aluminium und Stahl, die sich bei Sonnenaufgang öffnet und sich wieder schließt, sobald die Sonne untergeht.
Floralis Generica
Auch kulinarisch hat B.A. einiges zu bieten. Auf den Tisch kommt in Argentinien hauptsächlich Fleisch, eine Tatsache die mich nun wirklich nicht weiter stört. Also haben wir beschlossen einmal richtig argentinisch Fleisch bzw. Steak essen zu gehen. Gegönnt haben wir uns dann eine Fleischplatte für 3 Personen, bestehend aus Fleisch, Würsten und Innereien. Beilagen haben dabei jedoch nur einen Nebenrolle gespielt.
Julia und ich mit dem Fleischberg
Am letzten Tag war es dann schon körperlich spürbar, dass wir schon tagelang herumlaufen. Dennoch haben wir unsere Erkundungstour eifrig fortgesetzt. Nachdem wir uns aber die Puente de la Mujer (Frauenbrücke) angesehen haben, sind wir in einen Park gegangen und haben den restlichen Nachmittag gammelnd in der Sonne verbracht.
Puente de la Mujer
Nach diesen Tagen in B.A. kann ich sagen, dass mir diese stilvolle Stadt extrem gut gefallen hat und ich mir durchaus vorstellen kann, dass B.A. eine Stadt ist in der man leben kann. Buenos Aires hat einfach in allen Belangen mehr zu bieten, außer bei der Menge der Straßenhunde, der Geldversorgung an den Bankomaten und der Luftverschmutzung. Auf jeden Fall sollte man hierher kommen falls man sich jemals in der Nähe aufhält, denn B.A. ist immer einen Besuch wert.
Saludos, Flo!